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DIENSTAG, 06.05.2025 I NR. 35, 139. JAHRGANG AZ 5610 WOHLEN (AG) 1 POST CH AG I FR. 3.00 kommentarErfolgreiche Tischmesse Vor drei Jahren organisierte der Gewerbeverein Reusstal zum ersten Mal eine Tischmesse. Der Anlass in der Turnhalle Fischbach-G%u00f6slikon war ein voller Erfolg. Nun folgte also die Zweitauflage, diesmal in der Mehrzweckhalle T%u00e4gerig. Mit etwas weniger Ausstellern. Aber vielen Besuchern. --chhBericht Seite 11%u00abSechs Beine%u00bb kommt voranWohlen: Vor der PremiereIn zehn Tagen feiert das SternensaalTeam Premiere der Eigenproduktion. Mit dem St%u00fcck %u00abSechs Beine%u00bb wagt man sich an eine Herausforderung. Die B%u00fchne ist sechseckig und das Publikum sitzt in der Mitte auf Drehst%u00fchlen %u2013 die Schauspieltruppe spielt also um die Zuschauenden herum. Gef%u00fchrt von Projektionen und Musik ist das etwas Neues und wahrlich Herausforderndes %u2013 f%u00fcr alle Beteiligten. Ein Probenbesuch im pr%u00e4chtig umgebauten Kulturwerk Bleichi beweist es: %u00abSechs Beine%u00bb kommt gut voran. Bis zur Premiere am Freitag, 16.%u00a0Mai, braucht es nur noch Detail arbeit. --dmBericht Seite 3Stau im %u00abGotthard%u00bb Die letzte Wohler Quartierbeiz hat mit 300 Menschen ausgetrunken %u2013 und schliesst f%u00fcr immer 1898 er%u00f6ffnet das %u00abGotthard%u00bb. 127 Jahre sp%u00e4ter schliesstdie legend%u00e4re Beiz f%u00fcr immer. Die letzte Party dauerte bis am Sonntagmorgen.Stefan SprengerSonntagmorgen. 8 Uhr. Es ist hell. Die letzten G%u00e4ste der %u00abUustrinkete%u00bb vom Restaurant Gotthard gehen nach Hause. Wohl etwas torkelnd, daf%u00fcr mit letzten Gl%u00fccksgef%u00fchlen. Chef Alessandro Arreghini sagt wenige Stunden sp%u00e4ter mit etwas rauchiger Stimme: %u00abEs war ein Hammer-Abschluss.%u00bbDas %u00abGotthard%u00bb hat f%u00fcr immer seine T%u00fcren geschlossen. Am Wochenende wird nochmals gefeiert, angestossen und getanzt. 300 Menschen kommen und feiern Abschied. Es gab regelrecht Stau im %u00abGotthard%u00bb. Das Wirtepaar Arreghini und Isenring erh%u00e4lt von der Stammkundschaft ein %u00dcberraschungsgeschenk. Eine Schatzkiste mit grossen und kleinen Pr%u00e4senten. %u00abDer Wahnsinn%u00bb, sagt Arreghini. Wie geht es weiter mit der Liegenschaft?Mit dem Restaurant Gotthard schliesst die letzte Quartierbeiz Wohlens. Das Lokal wurde im Laufe der letzten Jahre zu einem %u00abCh%u00e4ber%u00bb-Ersatz. Jener %u00abCh%u00e4ber%u00bb, der die Menschen zusammenbrachte und 2016 endg%u00fcltig zumachte. Nun stirbt ein weiteres Traditionslokal. %u00abViele G%u00e4ste fragten mich, wohin sie jetzt gehen sollen%u00bb, erz%u00e4hlt Arreghini. Die Zukunft der Liegenschaft ist schon aufgegleist. Stefan K%u00f6chli von der Firma Koch AG in B%u00fcttikon erkl%u00e4rt, wie es weitergeht.Bericht Seite 5DorflebenDer fr%u00fchere Einwohnerratspr%u00e4sident prostet der Pr%u00e4sidentin der Fasnachtsgesellschaft zu. Der einstige FCW-Goalie diskutiert mit dem Ex-Fl%u00fcgelgott der Handballer. Der %u00abBraui%u00bb-Wirt aus Villmergen, der Sch%u00fcwo-Gesch%u00e4ftsleiter und der Chappelehof-Boss sind auch da. Alle sind gekommen, um Abschied zu nehmen vom %u00abGotthard%u00bb. Egal ob Fasn%u00e4chtler, Sportler, Unternehmer, egal ob jung oder alt, dick oder d%u00fcnn: Das %u00abGotthard%u00bb war ein Ort, wo sich die Menschen getroffen haben. Der %u00abCh%u00e4ber%u00bb-Nachfolger.Dank dem Wirtepaar Alessandro Arreghini und Amanda Isenring wurde die %u00c4ra %u00abGotthard%u00bb verl%u00e4ngert. Doch die Beiz hatte ein Ablaufdatum. Bald steht dort eine %u00dcberbauung. Die letzte klassische Quartierbeiz Wohlens macht f%u00fcr immer dicht. Und reiht sich in die Liste prominenter Beizen ein, die in den letzten Jahren verschwunden sind: Flora, Sch%u00fctzenhof, Kulturbeiz, Ch%u00e4ber, Chly Paris. Diese Beizen mit besonderem Charme, es gibt sie kaum noch in Wohlen. Dabei sind sie so ungemein wichtig f%u00fcr ein funktionierendes Dorfleben. Das hat das letzte %u00abGotthard%u00bb-Wochenende eindr%u00fccklich bewiesen.Stefan Sprenger,Redaktor.WOHLENDie SP Wohlen organisierte die traditionelle Feier am Tag der Arbeit. Mattea Meyer hielt die Festansprache. Seite 6WOHLENMonti%u2019s Kulturtage sind erfolgreich gestartet. S%u00e4ngerin Sina wusste das Publikum vollends zu begeistern. Seite 8UNTERFREIAMTDie Vorbereitungen f%u00fcr das grosse Freilichtspiel %u00abDer Kruggeist von Gnadenthal%u00bb laufen auf Hochtouren. Seite 10SPORTDer FC Muri wechselt den Trainer. Der Wohler Sergio Colacino soll die Klosterd%u00f6rfler vor dem Abstieg retten. Seite 17Das %u00abGotthard%u00bb-Team des letzten Abends. Von links: Vanity Hess, Alessandro Arreghini und Kevin, Amanda und Jannik Isenring. Bild: Stefan SprengerZwei der vier Gr%u00fcndungsv%u00e4ter des Vereins: Hans Melliger und Andreas Weber. Bild: dmAchtung Bargeld Firma Klein kauft seit 1974Pelzm%u00e4ntel und Jacken, Designer-Brillen und -Taschen, antike M%u00f6bel, Tafel- und Formsilber, Porzellan- und Bronzefguren, Schreib- und N%u00e4hmaschinen, Fotoapparate und Ferngl%u00e4ser, Taschen- und Armbanduhren, Goldschmuck und Edelsteine, M%u00fcnzen und Barren, Zahn- und Altgoldwww.Antiquit%u00e4ten-Pelze-Schmuck.com Info: 076 718 14 08Zwischen Ausstellern und Publikum gab es regen Austausch. Bild: chhVerena Sch%u00fctz und Robert Keller organisierten eine tolle Castiglioni-Ausstellung.Ideales Kunst-DuoKopf des Monats: Verena Sch%u00fctz / Robert KellerDie Ausstellung mit den %u00fcber 150 Clownbildern von Giani Castiglioni ist in aller Munde. Der grosse Wohler Maler, der seine Anh%u00e4ngerschaft weit %u00fcber die Region Wohlen hinaus hatte, wurde durch die Ausstellung %u00abRote Nase, grosses Herz%u00bb geschickt in den Mittelpunkt ger%u00fcckt. Die Vernissage war ein grosser Erfolg. Und eine verdiente Ehrerweisung. Dies ist dem Co-Pr%u00e4sidium der Kunstkommission, Verena Sch%u00fctz und Robert Keller, zu verdanken. Das ideale Kunst-Duo %u00fcberzeugte mit einer einwandfreien Organisation. Deshalb k%u00fcrt die Redaktion die beiden zum Kopf des Monats April. --dmBericht Seite 7Bild: dmFREI%u00c4MTER REGIONALZEITUNGAMTLICHES PUBLIKATIONSORGAN DER GEMEINDE MURI FREITAG, 05.09.2025 I NR. 70, 162. JAHRGANG AZ 5610 WOHLEN (AG) 1 POST CH AG I FR. 2.70Flachsee feiert Jubil%u00e4um Die Reuss wurde vor 50 Jahren eingestautEin halbes Jahrhundert ist es her, dass das Kraftwerk Bremgarten-Zufikon seinen Betrieb aufgenommen hat. Dazu wurde die Reuss flussaufw%u00e4rts eingestaut, was sehr komplex war. Denn dieses Werk musste nicht nur die Interessen der Energiewirtschaft ber%u00fccksichtigen, sondern auch diejenigen des Hochwasser-, Natur- und Landschaftsschutzes, der Naherholung und der Landwirtschaft. Das Reusstalschutzgesetz wurde 1969 nur knapp und gegen den Willen der beiden Bezirke Bremgarten und Muri von der Aargauer Bev%u00f6lkerung angenommen. Es folgten weitere H%u00fcrden, bis 1972 der Weg f%u00fcr die Reusstalsanierung inklusive Bau des Kraftwerks frei wurde. Drei Jahre sp%u00e4ter waren alle Massnahmen so weit fertig gebaut, dass das Einstauen Realit%u00e4t wurde. Diese Zeitung blickt mit einer Schwerpunktseite ausf%u00fchrlich auf die Ereignisse von damals zur%u00fcck. --redBericht Seite 3Goalgetter und FeinschmeckerAlex Frei plaudert beim Club 50, dem G%u00f6nnerverein des FC Muri, aus dem N%u00e4hk%u00e4stchenAlex Frei ist Rekord-Torsch%u00fctze der Schweizer Nati. Und er nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch in Muri nicht.Annemarie Keusch%u00abKulturschock.%u00bb Alex Frei lacht. Die Mitglieder des Clubs 50 des FC Muri ebenfalls. Ja, f%u00fcr die Kulinarik ist der Ruhrpott nicht bekannt. %u00abNie beim Essen sparen. So wurden wir erzogen%u00bb, sagt Alex Frei. Gesund, ausgewogen, mit hoher Qualit%u00e4t. Die Bretagne bezeichnet er diesbez%u00fcglich als Schlemmerbecken. Den Ruhrpott weniger. Eingeschlagen hat er aber als Fussballer beim FC Rennes und bei Borussia Dortmund. %u00abIn Dortmund ist der BVB eine Religion. Tausend Autogrammkarten und Trikots pro Monat zu unterschreiben, das geh%u00f6rte ganz selbstverst%u00e4ndlich dazu.%u00bb Da sind die kulinarischen Defizite schnell im Hintergrund.Alex Frei hat eine beispiellose Fussballkarriere hinter sich. 42-mal traf er f%u00fcr die Schweizer Nationalmannschaft. So viel wie kein anderer. Aber Frei ist auch bekannt daf%u00fcr, keine Angst davor zu haben, anzuecken. Das hat sich auch viele Jahre nach Beendigung der aktiven Fussballkarriere nicht ge%u00e4ndert. Und verbiegen liess sich Frei auch als sp%u00e4terer Sportchef und Trainer nicht. Frei gibt in Muri viele Episoden preis, spricht dar%u00fcber, was ihn bewegte, was ihn w%u00fctend machte. Und er sagt, dass er nur zwei Entscheide in seinem Leben mit dem Kopf f%u00e4llte. %u00abUnd beide waren eher ungl%u00fccklich.%u00bbBericht Seite 9MURIZum 12. Mal gab Berufe Muri+ in diesem Jahr 247 Sch%u00fclerinnen und Sch%u00fclern Einblick in 85%u00a0Berufsfelder. Seite 7OBERFREIAMTIn Boswil feiern die Sch%u00fctzen ihr 200-Jahr-Jubil%u00e4um %u2013 am 12. September mit Livemusik f%u00fcr die %u00d6ffentlichkeit. Seite 13OBERFREIAMT%u00abKeis Wunder %u2013 es Wunder%u00bb. Im n%u00e4chsten Sommer gibt es in Beinwil ein Freilichttheater von Autor Walter K%u00fcng. Seite 10SPORTF%u00fcr die RS Freiamt beginnt die Mannschaftsmeisterschaft mit einem Heimkampf gegen Kriessern in Auw. Seite 23Bild: Annemarie Keusch AnzeigeAnzeigeGratis Velocheck und KleinreparaturenKommen Sie am 6. Septemberan den Wohler WochenmarktWir sind mit einem Velomechaniker vor Ort und machen einen Velocheck IhresVelos. Kleine Reparaturen k%u00f6nnen gerade vor Ort ausgef%u00fchrt werden. Gratis Velocheck und KleinreparaturenKommen Sie am 6. September an den Wohler WochenmarktARS%u00c8NE PERROUDWIR W%u00c4HLEN ARS%u00c8NE PERROUD!Anja Amacker, Gabi & Urs Amacker, Dennis Andermatt, Jonas Arnet, Martina Arnet, Simone Allenspach-Jost, Sophia Basler, Dani Burg, Franziska B%u00fcrgi, Christina Cotti, Daniela Colacino, Andrea Fuchs Burkard, Manuela Furrer, Zineta Mujala Gallati, Anna Galizia, Mara Hilfker, Andreas Hediger, Owen Hyde, Silvan Hunziker, Verena Humbel, Paul Huwiler, Stephan J%u00f6hl, Romana Kammer, Benny Kammer, Eva Keller Steimen, Marianne Keusch, Dieter Kuhn, Johannes K%u00fcng, Monika K%u00fcng, Rolf K%u00fcng, Thomas Leitch, Harry L%u00fctolf, Anita Ludl, Ja%u00ebl Ludl, Simona Ludl, Akoja Ludl, Stella Manimanakis, Corinne Manimanakis, Franziska Matter Schlein, S%u00e4mi Meier, Cyrille Meier, Valentin Meier, Lara Menneking, Laura Pascolin, Bernadette Pfster, Guido Pfster, Hedy Perroud, Alessandra Sch%u00e4fer, Dr. med. Kaspar Schild, Benjamin Schlein, Matthias Schneider, Ruth Schmid, Pia Sieroka, Norman Sieroka, Elena Siegrist, Andreas Staeger, Karin Stoll, Suzanne Stotz, Sasha Stojmenovski, Roland St%u00f6ckli, Marcelle Tschachtli, Martina Trottmann, Daniel Trottmann, Marcel Unterasinger, Milenko Vukajlovic, Heidi Widmer, Annemarie Wiederkehr, Beat Wiederkehr, Herbert Wiederkehr, Julia Wohler-Dubler, Maya Zihlmann, Fr%u00e4nzi Zulauf, Ruedi Zulauf, Prisca Zweifel.ARS%u00c8NE PERROUDWieder als Gemeindeammann in den Gemeinderat Wohlen!Christof Burkards zweiter Krimi Auch wenn er seit vielen Jahren in Z%u00fcrich lebt, ist Christof Burkard dem Freiamt eng verbunden. In Waltenschwil aufgewachsen, engagiert er sich mittlerweile in der %u00f6rtlichen Kulturkommission. Und der Jurist ist auch Autor geworden. Mit %u00abSaubermann%u00bb pr%u00e4sentiert er nun seinen zweiten Krimi und damit den zweiten Fall von Kommissar Blum. Dabei taucht er ein in die Welt der Metzger. Burkard hat einst als Jurist beim Fleischfachverband gearbeitet. --akeBericht Seite 11Sins: Kampfwahl um AmmannamtSowohl Jakob Sidler wie auch Roger Arnold stellen sich Ende September der Wahl um das Amt des Sinser Gemeindeammanns. Beide haben Erfahrung im Gemeinderat. W%u00e4hrend Sidler die vier Jahre im Gremium als perfekte Ausgangslage sieht, sieht Arnold sein Alter als gute Ausgangslage, das Amt zu %u00fcbernehmen. Was sie zu aktuellen Gesch%u00e4ften der Gemeinde sagen und wie sie ihre Chancen f%u00fcr eine Wahl sehen, haben sie am Podiumsgespr%u00e4ch erkl%u00e4rt. --redBericht Seite 12Der Moderator, der prominente Gast und der Pr%u00e4sident des Clubs 50, von links: Oliver St%u00f6ckli, Alex Frei und Simon K%u00e4ch.kommentarNoch immer ein KompromissDie Aargauer Reusslandschaft s%u00fcdlich von Bremgarten vereint bis heute die verschiedensten Bed%u00fcrfnisse. Wie diese erf%u00fcllt werden, wurde einst w%u00e4hrend unz%u00e4hligen Sitzungen ausgehandelt. Das Obere Reusstal ist ein riesiger Kompromiss und wird es immer bleiben.Die Umst%u00e4nde und Bed%u00fcrfnisse haben sich in den letzten 50 Jahren ver%u00e4ndert. Sowohl der Artenschutz wie auch die Landwirtschaft geraten immer mehr unter Druck. Hochwasserereignisse nehmen zu, die steigende Zahl Einwohner nutzt immer h%u00e4ufiger und zu allen Tages- und Nachtzeiten das Naherholungsgebiet. Es bleibt also eine grosse Herausforderung, diese gesch%u00fctzte Reusslandschaft allen Anspr%u00fcchen gerecht zu machen. Zentral ist dabei, dass sich alle Entscheidungstr%u00e4ger gegenseitig mit Respekt und Einsicht f%u00fcr das jeweils andere Anliegen begegnen %u2013 und dass abgemachte Regeln draussen respektiert werden. Das war vor 50 Jahren der Fall und ist bestimmt auch heute m%u00f6glich.Roger Wetli,Redaktor.40 LETZTE FREITAG, 19. SEPTEMBER 2025 Von Binsen und AmphibienMit dem Aktivanlass der Frei%u00e4mter Regionalzeitungen an die Stille ReussDas Reusstal ist eine der vielf%u00e4ltigsten und besterhaltenen Flusslandschaften. Dies ist vor allem dem Engagement der Stiftung Reusstal zu verdanken. Auf einem Rundgang an der Stillen Reuss offenbarte sich den Besuchern des Aktivanlasses die Natursch%u00f6nheit. Monica RastDas Wetter spielt mit. Die milden Temperaturen sind genau richtig, um das Leben an der Stillen Reuss zu beobachten. %u00abIn der Reussebene gibt es sehr viele Feuchtgebiete wie Moore, stille Gew%u00e4sser, Auen, Feuchtwiesen und Flachmoore%u00bb, erz%u00e4hlt Sarah Wettstein, Leitung Umwelt der Stiftung Reusstal den %u00fcber 20 Anwesenden. Mit der Urbanisierung gingen seltene Lebensr%u00e4ume verloren. Das Reusstal wurde %u00fcber Jahrzehnte intensiv genutzt, was zu %u00f6kologischen Problemen und Landverlust f%u00fchrte. 1953 gab es ein Hochwasser und diverse Dammbr%u00fcche, welche grosse Sch%u00e4den verursachten. Eine Reusstalsanierung wurde unumg%u00e4nglich. Dabei spielte die 1962 gegr%u00fcndete Stiftung Reusstal eine grosse Rolle. 1963 erwarb sie ihr erstes Land in der Reussebene. Seither kamen weitere Landk%u00e4ufe hinzu, welche unter Schutz gestellt werden konnten. Um die urspr%u00fcngliche Beschaffenheit des Bodens wiederherzustellen, braucht es j%u00e4hrliche Eingriffe. Weil die Dynamik des Flusses nicht mehr existiert, braucht es Bagger, welche die n%u00e4hrstoffreiche Fl%u00e4che abtragen. Somit beschleunigen sie den Vorgang der Ausmergelung, der ohne menschliches Zutun Jahrzehnte dauern w%u00fcrde. Dank diesem Eingriff kehren immer mehr Lebewesen in das Reusstal zur%u00fcck. %u00abDer Laubfrosch hat Saugn%u00e4pfe an den Zehen und ist gerne im Laub zu Hause. Er kann bis zu drei Meter den Baum hochklettern%u00bb, erz%u00e4hlt Wettstein. Dabei wird sie vom Quaken der Wasserfr%u00f6sche immer wieder unterbrochen.%u00abAuch den eher seltenen Kammmolch sieht man hier viel%u00bb, informiert sie und reicht einen kleinen Platikmolch zum Anschauen herum. Spannend ist die Vorstellung der Kreuzkr%u00f6te. Sie merkt es, wenn kleine Wasserstellen von Libellenlarven bewohnt sind. Ein kleiner Weiher nahe dem Parkplatz bei der Rottenschwiler Br%u00fccke l%u00e4dt ein, die Natur hautnah zu beobachten. Der Stiftung ist es wichtig, Flora und Fauna zu zeigen und erleben zu lassen. Trotz Naturschutz darf man beim Weiher durchs Wasser waten. %u00abHier darf man die Natur entdecken und die Wasserwelt erkunden%u00bb, erkl%u00e4rt Wettstein. Sie erl%u00e4utert die verschiedenen Binsenarten und reicht eine Wasserminze herum. F%u00fcr grosse und kleine Naturforscher ein unvergessliches Erlebnis. Ein besonderes Erlebnis f%u00fcr die Teilnehmenden des Aktiv%u00adAnlasses ist es, das mitgebrachte Biberfell zu ber%u00fchren. %u00abDer Biber fettet wie eine Ente sein Fell, damit es trocken bleibt%u00bb, informiert die Stiftungsmitarbeiterin. %u00abEr ist den ganzen Winter aktiv und wenn er taucht, bilden Augen, Ohren und Nase eine Linie. Deshalb sieht man ihn sehr schlecht.%u00bb Inzwischen ist das Reusstal von rund zehn Biberfamilien besiedelt. Dies kann sich auf die Riedfl%u00e4chen auswirken. Und da sowohl diese wie auch der Biber gesch%u00fctzt sind, %u00abbeisst sich das Ganze%u00bb. Dann muss abgew%u00e4gt werden, was zu tun ist. %u00abEs ist ein raffiniertes Tier%u00bb, meint Wettstein schmunzelnd. Auf dem Rundgang werden den Anwesenden immer wieder Pflanzen oder Tiere gezeigt, welche dank dem Einsatz der Stiftung eine neue Heimat im Reusstal gefunden haben. Infos: www.stiftung-reusstal.chKaffeetantenWann waren Sie das letzte Mal in einem Coffee Shop? Ich meine nicht die niederl%u00e4ndische Variante, sondern ein ganz normales Caf%u00e9 in der Schweiz, das es ja in dieser Form leider nicht mehr allzu h%u00e4ufig gibt.Die meisten dieser Restaurants bestehen heute aus m%u00f6glichst viel Freifl%u00e4che und ein paar sehr unpraktischen Mikro-Tischchen mit durchgestylten Sitzgelegenheiten, die eine so kurze Sitzfl%u00e4che haben, dass man sich kaum gerade daraufsetzen kann. Das ist auch nicht die Idee. Es geht darum, sein Getr%u00e4nk m%u00f6glichst rasch an der Theke zu beziehen und dann schnell zu verschwinden, um f%u00fcr die n%u00e4chsten Kunden Platz zu machen. Ich bewundere ja die Angestellten hinter der Theke. Gab es fr%u00fcher noch die Wahl zwischen Caf%u00e9 cr%u00e8me und einem %u00abExpress%u00bb, muss es heute Matcha, Flat White, Macchiato oder sonst etwas Exotisches sein. Alles unter einem Milchkaffee wird als ewig gestrig abgetan und man erntet einen mitleidigen Blick des Verkaufspersonals und den schulterzuckenden Hinweis darauf, dass leider alle Sitzgelegenheiten bereits vergeben seien. Das l%u00e4sst niemanden kalt. Auch daf%u00fcr gibt es eine L%u00f6sung. Seit dem Morgengrauen tr%u00f6pfelt kaltes Wasser durch eine Filtervorrichtung, damit gegen Nachmittag der perfekte %u00abCold brew%u00bb bereit steht.Letzthin bestellte jemand vor mir eine %u00abkoffeinfreie Haferschale%u00bb. Nat%u00fcrlich habe ich nichts gegen Allergiker, aber im Ernst, warum sollte man in einem Kaffeehaus ein Getr%u00e4nk bestellen, das tunlichst nicht nach Kaffee schmecken und wenn m%u00f6glich auch keinen Kaffee enthalten soll. Nennen Sie mich konservativ, aber was gibt es gem%u00fctlicheres, als in einem sch%u00f6nen Salon zu sitzen und gen%u00fcsslich einen guten Kaffee zu geniessen. Wo sind all die Kaffeetanten geblieben, die ich fr%u00fcher irritierend fand, wenn sie leicht genervt den Kopf gedreht haben, als ein junger Student das Caf%u00e9 betrat? Erinnern Sie sich noch an die auf einen Holzstab aufgerollten Tageszeitungen? An den etwas zu grellen und zu flauschigen Teppich? An die sich seltsam %u00f6ffnenden Plastik-Gipfelibeh%u00e4lter auf den dunklen, glatten Holztischen mit dem massiven Metallfuss? Versuchen Sie heute einmal in einer freien Viertelstunde einen Ort zu finden, an dem Sie ungest%u00f6rt und zwanglos Ihr Heissgetr%u00e4nk schl%u00fcrfen k%u00f6nnen %u2013ohne Smartphone, ohne Ablenkung. In diesem Sinne: Es leben die Kaffeetanten!Martin R%u00fcfenacht,Jurist und Krimiautor, Aristau.gastkolumne%u00abJeder Bissen ein kleines Fest%u00bb%u00abEntweder/Oder%u00bb mit Isabelle K%u00fcchler, Logop%u00e4din und Tr%u00fcffellandwirtin%u00dcber zehn Jahre ist es her, dass die Familie K%u00fcchler im Weiler Unterniesenberg in Kallern B%u00e4ume pflanzte und Tr%u00fcffelenzyme in den Boden gab. Die Tr%u00fcffeln, sie sind seither das Gemeinschaftsprojekt der Boswiler Familie. Isabelle K%u00fcchler holte daf%u00fcr die Ausbildung als Landwirtin nach. Hauptberuflich ist sie in Bremgarten als Logop%u00e4din t%u00e4tig.Hund oder Katze? Ganz klar Katze. Allerdings lassen sich Katzen nicht zum Tr%u00fcffelsuchen ausbilden, deshalb ist unsere H%u00fcndin Najla eine treue Weggef%u00e4hrtin. Tag oder Nacht?Tag; das Leben spielt sich eben bei Tageslicht am sch%u00f6nsten ab. Buch oder Film?Im Alltag bevorzuge ich Filme, denn oft bin ich zu m%u00fcde zum Lesen und kann vor dem Fernseher ganz einfach besser abschalten. In den Ferien jedoch greife ich gerne zu einem Buch %u2013 dann lasse ich mich in andere Welten entf%u00fchren.Im Laden einkaufen oder online?Lebensmittel und Kleider kaufe ich sehr gerne im Gesch%u00e4ft %u2013 ich sch%u00e4tze die pers%u00f6nliche Beratung, das St%u00f6bern und das Sich%u00adinspirieren%u00adLassen vor Ort. F%u00fcr andere Dinge des Alltags ist der Online%u00adEinkauf f%u00fcr mich als Rollstuhlfahrerin allerdings unglaublich praktisch und spart Zeit. Deshalb w%u00e4hle ich beides.Tr%u00fcffelrisotto oder -pasta?Ich bin ein grosser Fan der mediterranen K%u00fcche, die mit ihrer Vielfalt an Pastagerichten begeistert. Tr%u00fcffel%u00adPasta ist f%u00fcr mich die Kr%u00f6nung %u2013 jeder Bissen ein kleines Fest f%u00fcr den Gaumen.Fr%u00fchaufsteherin oder Nachteule?Fr%u00fchaufsteherin: Ich geniesse die Ruhe, lese die Zeitung und liebe den Duft von frisch gebr%u00fchtem Kaffee.Steinpilz oder Champignon?Keines von beidem. Diese Art Pilze mag ich nicht. Ich geniesse Pilze nur in Form von Schimmelk%u00e4se oder Tr%u00fcffel.Schwarz oder Weiss?Weiss %u2013 f%u00fcr mich steht diese Farbe f%u00fcr Klarheit, Frische und einen Neuanfang.Stadt oder Land?Land: Ich bin gerne mit dem Fahrrad oder dem Elektro%u00adT%u00f6ff unterwegs und entdecke die Natur, am liebsten zwischen Boswil und Muri oder Kallern. Ringermatch oder Fussballspiel?Wenn ich w%u00e4hlen muss, entscheide ich mich f%u00fcr Fussball. Die Frauen%u00adWM hat mich ab und zu vor den Fernseher gelockt. Lieber schaue ich aber Wintersportarten wie Curling. Schulzimmer oder Tr%u00fcffelplantage?Als Logop%u00e4din liebe ich meinen Beruf, weil Sprache Menschen verbindet. Deshalb w%u00e4hle ich das Schulzimmer, auch wenn das Tr%u00fcffeln verf%u00fchrerisch ist.Boswil oder Kallern?Boswil ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen und verwurzelt. Ich lebe in meinem neuen, barrierefreien Zuhause, umgeben von meiner Familie und lieben Nachbarn. --akeIsabelle K%u00fcchler mit Tr%u00fcffelh%u00fcndin Najla.Bild: zgWenn man mit offenen Augen die Stille Reuss entlanggeht, kann man das Wunder Natur hautnah erleben. Bild: Monica RastAnzeigeBirra Moretti20.95statt 39.60-47%24 x 33 clCoca-ColaClassic, Zero oder Vanilla12.95statt 24.--46%je 24 x 33 clChanteclairfl%u00fcssig 9.95Konkurrenzvergleich22.95-56%je 3 x 28 WGNikosSculpture Homme EdT 100 ml29.90Konkurrenzvergleich78.65-61%Lindor Kugeln Milch oder assortiert6.95Konkurrenzvergleich11.95-41%je 200 g14 SERVICE DIENSTAG, 9. SEPTEMBER 2025 Bild (nur imQuerformat) an: leserbild@bbawa.ch oder leserbild@ derfreiaemter.chSUDOKUSCHIFFE SUCHENDas Kultspielaus Japan.Die Spielregeln: F%u00fcllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile,in jeder Spalte und in jedem %u00ab3x3%u00bb-Quadrat alle Ziffern von 1 bis 9 stehen.Unten stehend finden Sie die L%u00f6sungen der R%u00e4tsel aus der letzten Ausgabe.Finden Sie die vorgegebene Anzahl Schiffe. Dabei gilt: Die Nummer am Ende jeder Zeile oder Spalte sagt Ihnen, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind.Schiffe d%u00fcrfen sich nicht ber%u00fchren. Das heisst, jedes Schiff ist vollst%u00e4ndig von Wasser umgeben, soweit es nicht den Rand des Spielfeldes ber%u00fchrt.1 Kreuzer2 Frachter3 Yachten4 Kutter5 Jollen302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1 302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1302233003423114140131 Fr%u00e4chter2 Yachten3 Kutter4 JolenBimaru 1L%u00f6sungApotheke Bremgarten/Wohlen/Muri:Ab Samstag, 13. September, versieht die Coop Vitality AG Apotheke Wohlen, alte Bahnhofstrasse 2, Wohlen, Telefon 058 878 87 00, den Notfalldienst.Dienstbeginn ist am Samstag von 8 bis 18 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr ge%u00f6ffnet. Bei Notf%u00e4llen ausserhalb der %u00d6ffnungszeiten ist erst mit der Notfallapotheke telefonisch Kontakt aufzunehmen.WENN SIE IN NOT SINDLESERFOTOSehr selten: Schlehen-B%u00fcrstenspinner-Raupe %u2013 f%u00fcr das Auge ein wunderbarer, aber nicht unbedingt erw%u00fcnschter Gast im Blumengarten.Christian Lanz, WohlenL%u00f6sungFlucht aus der Realit%u00e4tJunge B%u00fchne Bremgarten: Premiere am Samstag, 13. SeptemberIn der neusten Produktion l%u00e4dt die Junge B%u00fchne das Publikum ein, %u00fcber die Kraft der Fantasie nachzudenken.Dabei werden alle theatralen Mittel wie Spiel, Raum, Musik und Licht eingesetzt. Wenn die Realit%u00e4t von einer Negativschlagzeile in die n%u00e4chste schwankt, ist es Zeit, sie neu zu schaffen. Ausger%u00fcstet mit Tr%u00e4umen, Fantasie und Zuversicht nimmt die Junge B%u00fchne die Zuschauer mit zu ihren Zufluchtsorten. Ein Filmset im Scheinwerferlicht, das knisternde Feuer im Wald, Hexenlachen, Nebelschwaden, ein magischer Brief %u2013 und immer wieder die Frage: Wie lange kann man bleiben, bis die Realit%u00e4t anklopft?Eintauchenin eine ScheinweltIn einer szenischen Collage erkunden die sieben Spielenden, wohin wir fliehen, wenn wir die aktuelle Weltlage nicht mehr aushalten, was unsere Zuflucht sein kann und wie daraus eine neue Wirklichkeit entsteht.Es gab kein geschriebenes St%u00fcck, keine Handlungsidee, kein Thema, welches als Grundlage diente. In einem kollektiven Prozess hat das Team nach Inhalten und Formen gesucht und am Schluss war das Thema Eskapismus gesetzt. Gemeinsam erarbeiteten die Mitglieder die Inszenierung. Unter der Regie von Simon Landwehr, unterst%u00fctzt von Martina Schaub, kommt nun der einzigartige Charakter der Jungen B%u00fchne voll zur Entfaltung. Die Besucher sind eingeladen, dieses St%u00fcck mit Neugierde und grosser Aufmerksamkeit zu begleiten.%u00abWohin wir tr%u00e4umen%u00bb: Premiere: Samstag, 13. September, 20.15 Uhr, Kellertheater, Bremgarten. Bis am 27. September folgen acht weitere Vorstellungen. Reservationen, Tickets, Infos: kellertheater-bremgarten.ch.Die Inszenierung bewegt sich fliessend zwischen Realit%u00e4t und Fiktion. Bild: zgFREITAG, 12.09.2025 I NR. 72, 165. JAHRGANG AZ 5610 WOHLEN (AG) 1 POST CH AG I FR. 3.00kommentarAm Puls der KandidatenBremgarter Stadtratswahl: Vier Fragen an alleSechs Kandidierende bewerben sich um f%u00fcnf Sitze in der Bremgarter Regierung. Wir haben allen vor der Wahl die gleichen Fragen gestellt. Am Sonntag, 28. September, wird die Bev%u00f6lkerung an die Urne gebeten. Auch in Bremgarten entscheiden die Stimmb%u00fcrger in gut zwei Wochen, wem sie f%u00fcr die kommenden vier Jahre das Vertrauen schenken, ihre Stadt zu regieren. Eine leichte Aufgabe wird dies nicht. Viele Herausforderungen und Projekte warten, w%u00e4hrend die Finanzsituation angespannt ist. Uns erkl%u00e4ren s%u00e4mtliche sechs Kandidaten, wie sie dies anpacken wollen w%u00fcrden und wo sie Herzblut und Handlungsbedarf verorten. --huyBericht Seite 7Mit Herz und GeschmackDer geplante Anlass %u00abKulinarische Begegnungen der Kulturen%u00bb in Fischbach-G%u00f6slikon ist ein wunderbares Beispiel daf%u00fcr, wie Integration auf sympathische, unkomplizierte und zugleich genussvolle Weise gelingen kann. Die Idee, die kulinarische Vielfalt des Dorfes sichtbar und erlebbar zu machen, ist nicht nur originell, sondern schafft auch echte Begegnungen zwischen Menschen verschiedenster Herkunft. Besonders sch%u00f6n ist, dass nichts erhoben, sondern eingeladen wird: zum Probieren, zum Staunen und zum gemeinsamen Lachen. Damit beweist die Kulturkommission, wie lebendig Dorfleben sein kann, wenn man Vielfalt nicht als Herausforderung, sondern als Bereicherung versteht. Ein starkes Zeichen f%u00fcr Zusammenhalt %u2013 mit Herz und Geschmack. Solche Veranstaltungen machen neugierig, %u00f6ffnen Horizonte und st%u00e4rken das Gef%u00fchl, gemeinsam eine bunte Dorfgemeinschaft zu sein. Hoffen wir, dass die Idee auch wirklich so in die Tat umgesetzt werden kann und verbindend wirkt.Sabrina Salm,Redaktorin.BREMGARTENDie Industriefirma Allucan wird von einem Mellinger Unternehmen %u00fcbernommen. Dadurch k%u00f6nnte sie Bremgarten verlassen. Seite 5BREMGARTENDer Elternkreis Bremgarten organisiert zahlreiche Anl%u00e4sse f%u00fcr Kinder und Familien. Auch diesen Herbst wieder. Seite 3MUTSCHELLENDer Wahlkampf ist lanciert: In Widen treten acht Kandidatinnen und Kandidaten f%u00fcr das Amt als Gemeinderat an. Seite 12SPORTAuf der Burkertsmatt holt sich der FC Mutschellen einen Jahrhundertsieg. Solch einen Spielverlauf gibt es hochselten. Seite 19In gut zwei Wochen kl%u00e4rt sich, wer k%u00fcnftig im Bremgarter Rathaus regiert. Bild: huyGenussvolles Miteinander in Fi-G%u00f6Erstmals organisiert die Kulturkommission Fischbach-G%u00f6slikon einen Anlass, der sich %u00abKulinarische Begegnungen der Kulturen im Dorf%u00bb nennt. Er soll zur Integration der Nationen beitragen. --sabBericht Seite 8RUNDUMSTARK.RUNDUMLEBENSWERT.AnzeigeAuftakt ins Festwochenende Das Mutsch%u00e4lle F%u00e4scht auf der Burkertsmatt ist gestartetNoch bis Sonntag, 14. September, wird auf dem Mutschellen gefeiert. Ein Fest f%u00fcr die ganze Region.Sabrina SalmMan hat es sich auf dem Mutschellen lange gew%u00fcnscht: eine Wiederholung des ersten Mutsch%u00e4lle F%u00e4schts auf der Burkertsmatt vom Jahr 2021. Damals tanzten und assen %u00fcber 25000 Besuchende und zelebrierten das Beisammensein. Und nun erf%u00fcllte sich der Wunsch. Gestern ging das Mutsch%u00e4lle F%u00e4scht in die zweite Runde. Und so schlenderten die Leute wieder mal durch das Streetfood-Festival, das Kulinarik rund um den Globus anbietet, vergn%u00fcgten sich auf dem Riesenrad oder anderen Attraktionen auf dem Lunapark, genossen die zig Begegnungen oder feierten in den vielen Bars oder Zelten. Abgerockt haben sie sicherlich im grossen Eventzelt beim Auftritt der Schweizer Band %u00abFr%u00fcnde%u00bb, die so richtig f%u00fcr Stimmung sorgte.%u00abWir freuen uns darauf, so viele Menschen aller Generationen auf dem Mutschellen willkommen zu heissen%u00bb, sagt Rafael Hernandez Schmid. Er hat zusammen mit seinem OK-Team, bestehend aus Thomas Zahmel, Pitsch M%u00fcller, Pietro Bascio, Carlo Ariu, Stephan Bernet, Roman Stierli, Damian Ruppen und Christian Bohnenblust, und vielen Vereinen und Helfenden das Riesenfest auf die Beine gestellt. Er verspricht: %u00abEs erwarten einen an diesem Wochenende noch viele weitere Highlights.%u00bb Ob das Mutsch%u00e4lle F%u00e4scht an den Erfolg von vor vier Jahren ankn%u00fcpfen kann? Die besten Voraussetzungen daf%u00fcr sind gegeben.Bericht Seite 13Am Startabend tr%u00f6pfeln die ersten Festwilligen ein. Nicht nur das Riesenrad verspricht eine Riesenfete mit Ausstrahlungskraft f%u00fcr die n%u00e4chsten Tage. Bild: Sabrina Salm Drama-Ende f%u00fcr HuberDie Profikarriere von Urs Huber endet tragisch25 Jahre Mountainbiker, 19%u00a0Jahre davon Profi. Nun endet die Karriere von Huber mit einem Unfall. Die letzte Weltmeisterschaft w%u00e4re im Wallis gewesen auf einer seiner liebsten Strecken. Und in zwei Wochen h%u00e4tte er sich in Einsiedeln f%u00fcr immer von der Profi-B%u00fchne verabschiedet. Doch dem 40-j%u00e4hrigen Urs Huber bleibt ein sch%u00f6nes Karriereende vorenthalten. Der Frei%u00e4mter prallt bei einer Trainingsfahrt in einen Baum, prellt sich Rippen und zerrt sich die B%u00e4nder. Das Ph%u00e4nomen Urs Huber aus Jonen (heute Mettmenstetten) blickt zur%u00fcck auf eine wahnsinnige und erfolgreiche Karriere. --sprBericht Seite 17Sitzen auf dem Velo geht %u2013 an ein Rennen ist f%u00fcr Urs Huber nicht zu denken. Bild: spr8 WOHLEN DIENSTAG, 23. SEPTEMBER 2025 %u00abWohlen braucht Leitplanken%u00bb Gemeinderatswahlkampf: Die Kandidierenden zu Wohlens Finanzhaushalt und zur prognostizierten RekordverschuldungDie Werte, die auf Wohlens Finanzhaushalt zukommen, sind enorm. Die Nettoschuld steigt stetig und wird in sechs Jahren bei %u00fcber 157 Millionen gipfeln. Diese Marke sollte wieder runter. Nur, gibt es daf%u00fcr stichhaltige Rezepte?Daniel MartiDie finanziellen Belastungen der Gemeinde Wohlen sind riesig. Gem%u00e4ss aktuellem Finanzplan sind f%u00fcrs Jahr 2031 Rekordwerte prognostiziert. Die Nettoschulden sollen dann 157,5 Millionen Franken betragen. Und die ProKopf-Verschuldung wird auf 7876 Franken hochschnellen. Diese Rekordwerte besch%u00e4ftigen die Bev%u00f6lkerung %u2013 und hoffentlich auch die Politikerinnen und Politiker. Was sagen die Kandidierenden bei den Gemeinderatswahlen konkret zu diesen Prognosen? Die konkreten Fragen: Wie sch%u00e4tzt ihr diese Rekordwerte ein und wie soll die Planung aussehen, damit die Gemeinde eine finanzielle Entspannung erfahren kann? Beispielsweise eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte?Die Resultate der Umfrage sind recht unterschiedlich. Diverse Kandidierenden sprechen von Warnsignalen, von grossen Sorgen, von dringendem Handlungsbedarf. Claudia Hauri: %u00abLernenzu verzichten%u00bbWas meint Claudia Hauri, die Finanzexpertin im Kreis der Kandidierenden, zu diesen d%u00fcsteren finanziellen Aussichten? %u00abDie geplanten Nettoschulden von 157,5 Millionen Franken respektive die Pro-Kopf-Verschuldung von 7876 Franken im Planjahr 2031 sch%u00e4tze ich, sofern sich in der Zusammensetzung und Haltung des Gemeindeund des Einwohnerrats nichts %u00e4ndert, als leider real ein.%u00bbEs werde in Zukunft %u00abunumg%u00e4nglich sein, die absolut n%u00f6tigen Ausgaben zu optimieren, zu priorisieren und Synergien in anstehenden Projekten zu nutzen. Wir werden in der nahen Zukunft auch lernen m%u00fcssen zu verzichten%u00bb, so die SVP-Kandidatin. Wohlen m%u00fcsse sich bei den Ausgaben %u00abnach den Einnahmen richten, um eine weitere Verschuldung der Gemeinde Wohlen so klein wie m%u00f6glich zu halten%u00bb, lautet ihr einfacher Ratschlag.Manfred Breitschmid will nicht abwartenF%u00fcr Manfred Breitschmid sind die %u00abPrognosen alarmierend. Nettoschulden von %u00fcber 150 Millionen Franken und eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 8000 Franken sind f%u00fcr Wohlen keine tragf%u00e4hige Perspektive. Diese Rekordwerte zeigen: Unsere Finanzen sind nicht mehr im Lot.%u00bb Breitschmid nennt konkrete Massnahmen. Beispielsweise sollen die Investitionen priorisiert werden. %u00abNur wirklich notwendige Projekte wie Schulinfrastruktur %u2013 aber ohne teure Luxusbauten%u00bb sollen realisiert werden. Man m%u00fcsse die Kosten im Griff behalten. %u00abBetriebsausgaben kritisch pr%u00fcfen und die Effizienz steigern.%u00bb Weiter will der SVP-Politiker die Finanzplanung steuern. So sollen Spitzenwerte bis 2031 deutlich gesenkt werden, %u00abund Korrekturen m%u00fcssen fr%u00fchzeitig eingeleitet werden%u00bb. Weiter gelte es, Wohlen attraktiver f%u00fcr Unternehmen und steuerstarke Personen zu machen. %u00abGute Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen sp%u00fcren, dass sie hier willkommen sind%u00bb, so Breitschmid. Mit alledem m%u00f6chte Manfred Breitschmid bereits mit dem Budget 2026 beginnen. Das soll neu ausgerichtet werden. %u00abDie Erh%u00f6hung des Steuerfusses von 116 auf 120 Prozent ist das falsche Signal. Ich setze mich im Einwohnerrat daf%u00fcr ein, dass diese Vorlage nochmals %u00fcberarbeitet und an ren Finanzierbarkeit der n%u00f6tigen Grossinvestitionen.%u00bb Zus%u00e4tzlich zu den Bildungsinvestitionen m%u00fcsse der Unterhalt an der Gemeindeinfrastruktur weiter gemacht werden, %u00abdamit wir in 10 oder 15 Jahren nicht wieder in der gleichen Situation sind wie heute%u00bb.Patrick Schmid erinnertan die Abfallentsorgung%u00abEin Budget ist ein finanztechnisch komplexes Gebilde%u00bb, warnt Patrick Schmid (Gr%u00fcne). Zudem habe die Gemeinde Wohlen in den letzten Jahren eine %u00abgrosse Budgetgenauigkeit%u00bb erreicht. Buchhalterisch gesehen seien einige der Werte %u00abauf den ersten Blick erschreckend, es gibt aber auch Kennzahlen zu beachten%u00bb. Er nennt den Kapitaldienstanteil, die Belastung des Haushaltes mit Kapitalkosten, von knapp unter 10 Prozent, diese werde bis 15 Prozent als mittlere Belastung eingestuft.%u00abGrunds%u00e4tzlich m%u00fcssen wir daran arbeiten, die Verschuldung zu senken%u00bb, so Schmid weiter. %u00abIm Gegensatz zu echten Investitionen erzeugen Schuldzinsen nur Kosten und keinen Mehrwert f%u00fcr die Bev%u00f6lkerung. Eine Anpassung des Steuerfusses, wie im Finanzplan gefordert wird, ist unerl%u00e4sslich. Und wir h%u00e4tten deutlich weniger Schulden, wenn wir das schon vor Jahren ad%u00e4quat vorgenommen h%u00e4tten und beispielsweise die Abfallentsorgung wie vorgesehen nach dem Verursacherprinzip bezahlt werden m%u00fcsste.%u00bb Als Kommunalpolitiker h%u00e4tte er es zudem sehr bef%u00fcrwortet, %u00abwenn der Kanton anstelle von Steuersenkungen gewisse Ausgaben wie die Pflegerestkosten oder Ausgaben im Bildungsbereich wieder an sich genommen h%u00e4tte, um eine fairere Kostenverteilung unter den Gemeinden zu erreichen%u00bb, so der Kandidat der Gr%u00fcnen. den Gemeinderat zur%u00fcckgewiesen wird. Wir d%u00fcrfen nicht abwarten, bis Schulden und Steuerfuss explodieren. Handeln wir jetzt%u00bb, so der erfahrene Politiker.Thomas Geissmann will klare StrategieDass in Wohlen %u00abdringender Handlungsbedarf%u00bb besteht, hat auch Thomas Geissmann (FDP) l%u00e4ngst erkannt. %u00abEs sind tiefgreifende Massnahmen erforderlich. Investitionen m%u00fcssen dringend priorisiert und gestaffelt werden, damit die Schulden nicht ins Uferlose steigen%u00bb, so der Freisinnige. %u00abAlle Ausgaben sind kritisch zu %u00fcberpr%u00fcfen. Dazu geh%u00f6ren Einsparungen bei freiwilligen Leistungen, Subventionen und nichtexistenziellen Projekten.%u00bb Zudem sollen Gemeindekooperationen verst%u00e4rkt gef%u00f6rdert werden. Infrastruktur k%u00f6nne gemeinsam genutzt sowie in der Beschaffung und Verwaltung besser zusammengearbeitet werden, erkl%u00e4rt er. Geissmann weiter: %u00abDie Liegenschaftspolitik muss vorangetrieben und Ver%u00e4usserungen von Gemeindeverm%u00f6gen in Betracht gezogen werden. F%u00fcr die Umsetzung braucht es eine klare Strategie und eine gemeinsame %u00dcbereinkunft im Gemeinderat, dass das Volk zus%u00e4tzliche Einnahmen %u00fcber eine Steuerfusserh%u00f6hung nicht weiter akzeptiert.%u00bbLaura Pascolin willsorgf%u00e4ltige Priorisierung Von Warnsignalen spricht Laura Pascolin (SP). Damit meint sie die Nettoschulden von 157,5 Millionen und die Pro-Kopf-Verschuldung von fast 7900 Franken bis im Jahr 2031. Sie verlangt nach einer Kurskorrektur. %u00abDenn die Annahmen im Finanzplan sind optimistisch: Es wird von j%u00e4hrlich wachsender Bev%u00f6lkerung und steigenden Steuereinnahmen ausgegangen. Zus%u00e4tzliche Ausgaben %u2013 etwa f%u00fcr neue Schulraumprojekte oder f%u00fcr die immer teureren Pflegeleistungen %u2013 sind nur teilweise ber%u00fccksichtigt. Und steigende Zinsen k%u00f6nnten die Gemeinde empfindlich treffen.%u00bbPascolin gibt zu, dass diese Situation sie schon lange besch%u00e4ftigt. Deshalb reichte sie 2024 eine Motion f%u00fcr eine verbindliche Finanzstrategie ein, %u00abmit klaren Zielen und einem j%u00e4hrlichen Kontrollinstrument. Der Gemeinderat lehnte sie ab, weil er die bestehenden Instrumente f%u00fcr ausreichend h%u00e4lt. Aber gerade jetzt braucht Wohlen klare Leitplanken.%u00bbAls Absolventin des Master of Advanced Studies in Public Management wisse sie, %u00abwie wichtig es ist, Finanzen strategisch zu steuern und regelm%u00e4ssig zu %u00fcberpr%u00fcfen%u00bb. Sie wolle zudem f%u00fcr kommende Generationen Spielraum sichern. Sie nennt klare Vorschl%u00e4ge: Investitionen sollen sorgf%u00e4ltig priorisiert werden. %u00abZuerst Bildung und Werterhalt, dann Nice-to-have-Projekte.%u00bb Das Kostenmanagement m%u00fcsse gesch%u00e4rft werden, %u00abmehr Kooperation mit Nachbargemeinden, effizientere Verwaltung%u00bb. Letztlich m%u00fcsse eine verbindliche Finanzstrategie eingef%u00fchrt werden, %u00abdamit Gemeinderat und Einwohnerrat jedes Jahr pr%u00fcfen k%u00f6nnen, ob der Kurs stimmt. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu %u00fcbernehmen %u2013 damit Wohlen nicht nur w%u00e4chst, sondern auch finanziell gesund bleibt.%u00bb Ihr sei es wichtig, %u00abdass Sachverstand und Weitsicht %u00fcber Parteigrenzen hinweg im Vordergrund stehen%u00bb.Sonja Isler-R%u00fcttimann: %u00abHaben den Ernst der Lage erkannt%u00bb%u00abDie finanziell sehr angespannte Situation macht mir grosse Sorgen%u00bb, sagt Sonja Isler-R%u00fcttimann. %u00abDie kommenden Jahre werden anspruchsvoll und gleichen einer Gratwanderung.%u00bb Laut der Mitte-Politikerin muss gekl%u00e4rt werden, welche Ausgaben zwingend n%u00f6tig sind und wo man sinnvoll sparen kann. %u00abSparen heisst jedoch nicht, auf notwendige Investitionen zu verzichten. Das w%u00e4re verantwortungslos, wir w%u00fcrden einfach die Misere der n%u00e4chsten Generation %u00fcberlassen%u00bb, so Isler-R%u00fcttimann.Sie erinnert daran, dass rund 80 Prozent aller Ausgaben gebunden sind, %u00abder Spielraum f%u00fcr eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte ist also relativ bescheiden%u00bb. Eine Gemeinde sei kein Unternehmen, %u00abeine Gemeinde hat nicht die Wahl, ob sie Schulraum bauen m%u00f6chte %u2013 es ist ihre Pflicht, diesen zur Verf%u00fcgung zu stellen. Diese Tatsache wird verkannt.%u00bb Die Gemeinde Wohlen m%u00fcsse alles daransetzen, dass mehr Einnahmen generiert werden k%u00f6nnen, so Isler-R%u00fcttimann weiter. %u00abEine M%u00f6glichkeit daf%u00fcr ist, sozial ausgewogenen Wohnraum zu schaffen.%u00bb Ein ausgeglichener Wohnungsmix sei wichtig, %u00abdas m%u00fcssen wir bei der anstehenden Revision der BNO ber%u00fccksichtigen. Da braucht es kreative Konzepte und Mut bei der Umsetzung.%u00bb Und man m%u00fcsse attraktiv sein f%u00fcr das Gewerbe, eine nachhaltige Entwicklung sei enorm wichtig. Aufgrund der Budgetgenauigkeit will Sonja IslerR%u00fcttimann einen Punkt betonen: %u00abWir alle haben den Ernst der Situation sehr wohl erkannt.%u00bb Olivier Parvex warnt vor waghalsiger Planung Auch f%u00fcr Olivier Parvex (Gr%u00fcnliberale) sind die Zahlen aus dem Finanzplan %u00abgewaltig und sie k%u00f6nnen einem durchaus Respekt machen%u00bb. Er verweist auf die Bildungsinfrastruktur, %u00abdie mit Abstand die gr%u00f6ssten Investitionen%u00bb ausmacht. Grund daf%u00fcr seien die n%u00f6tigen, grosszyklischen Sanierungen bei den Schulanlagen Junkholz und B%u00fcnzmatt. Wohlen b%u00fcsse nun, weil diese Sanierungen in der Vergangenheit nicht gemacht wurden, so Parvex. %u00abZudem plant der aktuelle Gemeinderat drei neue Schulh%u00e4user an den Standorten Junkholz, B%u00fcnzmatt und Farn. Das halte ich f%u00fcr eine waghalsige und zu ambitionierte Planung. Drei solche Grossprojekte gleichzeitig zu realisieren, erfordert nicht nur einen enormen finanziellen Aufwand, sondern auch eine sehr hohe Belastung des Personals auf der Gemeindeverwaltung%u00bb, betont er. Parvex ist deswegen der Meinung, %u00abdass die Projekte unbedingt gestaffelt werden m%u00fcssen, damit sie finanziell und personell tragbar werden. Dies f%u00fchrt zu einer deutlich tieferen Spitzenverschuldung und zu einer besseDringender Handlungsbedarf und anspruchsvolle Gratwanderung. Diese drei Kandidierenden machen sich grosse Sorgen um Wohlens Finanzhaushalt (v.l.): Thomas Geissmann, Claudia Hauri und Sonja Isler-R%u00fcttimann. %u00abSteuerfusserh%u00f6hung ist das falsche Signal Manfred Breitschmid, SVPDer Kritiker Manfred Breitschmid: %u00abDie Prognosen sind alarmierend.%u00bbUnterschiedliche Meinungen zu den Rekordzahlen %u2013 von Warnsignalen bis zum erschreckenden Bild (v. l.): Olivier Parvex, Laura Pascolin und Patrick Schmid.Bilder: Archiv/dmAnzeige8 WOHLEN DIENSTAG, 23. SEPTEMBER 2025 %u00abWohlen braucht Leitplanken%u00bb Gemeinderatswahlkampf: Die Kandidierenden zu Wohlens Finanzhaushalt und zur prognostizierten RekordverschuldungDie Werte, die auf Wohlens Finanzhaushalt zukommen, sind enorm. Die Nettoschuld steigt stetig und wird in sechs Jahren bei %u00fcber 157 Millionen gipfeln. Diese Marke sollte wieder runter. Nur, gibt es daf%u00fcr stichhaltige Rezepte?Daniel MartiDie finanziellen Belastungen der Gemeinde Wohlen sind riesig. Gem%u00e4ss aktuellem Finanzplan sind f%u00fcrs Jahr 2031 Rekordwerte prognostiziert. Die Nettoschulden sollen dann 157,5 Millionen Franken betragen. Und die ProKopf-Verschuldung wird auf 7876 Franken hochschnellen. Diese Rekordwerte besch%u00e4ftigen die Bev%u00f6lkerung %u2013 und hoffentlich auch die Politikerinnen und Politiker. Was sagen die Kandidierenden bei den Gemeinderatswahlen konkret zu diesen Prognosen? Die konkreten Fragen: Wie sch%u00e4tzt ihr diese Rekordwerte ein und wie soll die Planung aussehen, damit die Gemeinde eine finanzielle Entspannung erfahren kann? Beispielsweise eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte?Die Resultate der Umfrage sind recht unterschiedlich. Diverse Kandidierenden sprechen von Warnsignalen, von grossen Sorgen, von dringendem Handlungsbedarf. Claudia Hauri: %u00abLernenzu verzichten%u00bbWas meint Claudia Hauri, die Finanzexpertin im Kreis der Kandidierenden, zu diesen d%u00fcsteren finanziellen Aussichten? %u00abDie geplanten Nettoschulden von 157,5 Millionen Franken respektive die Pro-Kopf-Verschuldung von 7876 Franken im Planjahr 2031 sch%u00e4tze ich, sofern sich in der Zusammensetzung und Haltung des Gemeindeund des Einwohnerrats nichts %u00e4ndert, als leider real ein.%u00bbEs werde in Zukunft %u00abunumg%u00e4nglich sein, die absolut n%u00f6tigen Ausgaben zu optimieren, zu priorisieren und Synergien in anstehenden Projekten zu nutzen. Wir werden in der nahen Zukunft auch lernen m%u00fcssen zu verzichten%u00bb, so die SVP-Kandidatin. Wohlen m%u00fcsse sich bei den Ausgaben %u00abnach den Einnahmen richten, um eine weitere Verschuldung der Gemeinde Wohlen so klein wie m%u00f6glich zu halten%u00bb, lautet ihr einfacher Ratschlag.Manfred Breitschmid will nicht abwartenF%u00fcr Manfred Breitschmid sind die %u00abPrognosen alarmierend. Nettoschulden von %u00fcber 150 Millionen Franken und eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 8000 Franken sind f%u00fcr Wohlen keine tragf%u00e4hige Perspektive. Diese Rekordwerte zeigen: Unsere Finanzen sind nicht mehr im Lot.%u00bb Breitschmid nennt konkrete Massnahmen. Beispielsweise sollen die Investitionen priorisiert werden. %u00abNur wicklung sei enorm wichtig. Aufgrund der Budgetgenauigkeit will Sonja IslerR%u00fcttimann einen Punkt betonen: %u00abWir alle haben den Ernst der Situation sehr wohl erkannt.%u00bb Olivier Parvex warnt vor waghalsiger Planung Auch f%u00fcr Olivier Parvex (Gr%u00fcnliberale) sind die Zahlen aus dem Finanzplan %u00abgewaltig und sie k%u00f6nnen einem durchaus Respekt machen%u00bb. Er verweist auf die Bildungsinfrastruktur, %u00abdie mit Abstand die gr%u00f6ssten Investitionen%u00bb ausmacht. Grund daf%u00fcr seien die n%u00f6tigen, grosszyklischen Sanierungen bei den Schulanlagen Junkholz und B%u00fcnzmatt. Wohlen b%u00fcsse nun, weil diese Sanierungen in der Vergangenheit nicht gemacht wurden, so Parvex. %u00abZudem plant der aktuelle Gemeinderat drei neue Schulh%u00e4user an den Standorten Junkholz, B%u00fcnzmatt und Farn. Das halte ich f%u00fcr eine waghalsige und zu ambitionierte Planung. Drei solche Grossprojekte gleichzeitig zu realisieren, erfordert nicht nur einen enormen finanziellen Aufwand, sondern auch eine sehr hohe Belastung des Personals auf der Gemeindeverwaltung%u00bb, betont er. Parvex ist deswegen der Meinung, %u00abdass die Projekte unbedingt gestaffelt werden m%u00fcssen, damit sie finanziell und personell tragbar werden. Dies f%u00fchrt zu einer deutlich tieferen Spitzenverschuldung und zu einer besseren Finanzierbarkeit der n%u00f6tigen Grossinvestitionen.%u00bb Zus%u00e4tzlich zu den Bildungsinvestitionen m%u00fcsse der Unterhalt an der Gemeindeinfrastruktur weiter gemacht werden, %u00abdamit wir in 10 oder 15 Jahren nicht wieder in der gleichen Situation sind wie heute%u00bb.Patrick Schmid erinnertan die Abfallentsorgung%u00abEin Budget ist ein finanztechnisch komplexes Gebilde%u00bb, warnt Patrick Schmid (Gr%u00fcne). Zudem habe die Gewirklich notwendige Projekte wie Schulinfrastruktur %u2013 aber ohne teure Luxusbauten%u00bb sollen realisiert werden. Man m%u00fcsse die Kosten im Griff behalten. %u00abBetriebsausgaben kritisch pr%u00fcfen und die Effizienz steigern.%u00bb Weiter will der SVP-Politiker die Finanzplanung steuern. So sollen Spitzenwerte bis 2031 deutlich gesenkt werden, %u00abund Korrekturen m%u00fcssen fr%u00fchzeitig eingeleitet werden%u00bb. Weiter gelte es, Wohlen attraktiver f%u00fcr Unternehmen und steuerstarke Personen zu machen. %u00abGute Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen sp%u00fcren, dass sie hier willkommen sind%u00bb, so Breitschmid. Mit alledem m%u00f6chte Manfred Breitschmid bereits mit dem Budget 2026 beginnen. Das soll neu ausgerichtet werden. %u00abDie Erh%u00f6hung des Steuerfusses von 116 auf 120 Prozent ist das falsche Signal. Ich setze mich im Einwohnerrat daf%u00fcr ein, dass diese Vorlage nochmals %u00fcberarbeitet und an den Gemeinderat zur%u00fcckgewiesen wird. Wir d%u00fcrfen nicht abwarten, bis Schulden und Steuerfuss explodieren. Handeln wir jetzt%u00bb, so der erfahrene Politiker.Thomas Geissmann will klare StrategieDass in Wohlen %u00abdringender Handlungsbedarf%u00bb besteht, hat auch Thomas Geissmann (FDP) l%u00e4ngst erkannt. %u00abEs sind tiefgreifende Massnahmen erforderlich. Investitionen m%u00fcssen dringend priorisiert und gestaffelt werden, damit die Schulden nicht ins Uferlose steigen%u00bb, so der Freisinnige. %u00abAlle Ausgaben sind kritisch zu %u00fcberpr%u00fcfen. Dazu geh%u00f6ren Einsparungen bei freiwilligen Leistungen, Subventionen und nichtexistenziellen Projekten.%u00bb Zudem sollen Gemeindekooperationen verst%u00e4rkt gef%u00f6rdert werden. Infrastruktur k%u00f6nne gemeinsam genutzt sowie in der Beschaffung und Verwaltung besser zusammengearbeitet werden, erkl%u00e4rt er. Geissmann weiter: %u00abDie Liegenschaftspolitik muss vorangetrieben und Ver%u00e4usserungen von Gemeindeverm%u00f6gen in Betracht gezogen werden. F%u00fcr die Umsetzung braucht es eine klare Strategie und eine gemeinsame %u00dcbereinkunft im Gemeinderat, dass das Volk zus%u00e4tzliche Einnahmen %u00fcber eine Steuerfusserh%u00f6hung nicht weiter akzeptiert.%u00bbLaura Pascolin willsorgf%u00e4ltige Priorisierung Von Warnsignalen spricht Laura Pascolin (SP). Damit meint sie die Nettoschulden von 157,5 Millionen und die Pro-Kopf-Verschuldung von fast 7900 Franken bis im Jahr 2031. Sie verlangt nach einer Kurskorrektur. %u00abDenn die Annahmen im Finanzplan sind optimistisch: Es wird von j%u00e4hrlich wachsender Bev%u00f6lkerung und steigenden Steuereinnahmen ausgegangen. Zus%u00e4tzliche Ausgaben %u2013 etwa f%u00fcr neue Schulraumprojekte oder f%u00fcr die immer teureren Pflegeleistungen %u2013 sind nur teilweise ber%u00fccksichtigt. Und steigende Zinsen k%u00f6nnten die Gemeinde empfindlich treffen.%u00bbPascolin gibt zu, dass diese Situation sie schon lange besch%u00e4ftigt. Deshalb reichte sie 2024 eine Motion f%u00fcr eine verbindliche Finanzstrategie ein, %u00abmit klaren Zielen und einem j%u00e4hrlichen Kontrollinstrument. Der Gemeinderat lehnte sie ab, weil er die bestehenden Instrumente f%u00fcr ausreichend h%u00e4lt. Aber gerade jetzt braucht Wohlen klare Leitplanken.%u00bbAls Absolventin des Master of Advanced Studies in Public Management wisse sie, %u00abwie wichtig es ist, Finanzen strategisch zu steuern und regelm%u00e4ssig zu %u00fcberpr%u00fcfen%u00bb. Sie wolle zudem f%u00fcr kommende Generationen Spielraum sichern. Sie nennt klare Vorschl%u00e4ge: Investitionen sollen sorgf%u00e4ltig priorisiert werden. %u00abZuerst Bildung und Werterhalt, dann Nice-to-have-Projekte.%u00bb Das Kostenmanagement m%u00fcsse gesch%u00e4rft werden, %u00abmehr Kooperation mit Nachbargemeinden, effizientere Verwaltung%u00bb. Letztlich m%u00fcsse eine verbindliche Finanzstrategie eingef%u00fchrt werden, %u00abdamit Gemeinderat und Einwohnerrat jedes Jahr pr%u00fcfen k%u00f6nnen, ob der Kurs stimmt. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu %u00fcbernehmen %u2013 damit Wohlen nicht nur w%u00e4chst, sondern auch finanziell gesund bleibt.%u00bb Ihr sei es wichtig, %u00abdass Sachverstand und Weitsicht %u00fcber Parteigrenzen hinweg im Vordergrund stehen%u00bb.Sonja Isler-R%u00fcttimann: %u00abHaben den Ernst der Lage erkannt%u00bb%u00abDie finanziell sehr angespannte Situation macht mir grosse Sorgen%u00bb, sagt Sonja Isler-R%u00fcttimann. %u00abDie kommenden Jahre werden anspruchsvoll und gleichen einer Gratwanderung.%u00bb Laut der Mitte-Politikerin muss gekl%u00e4rt werden, welche Ausgaben zwingend n%u00f6tig sind und wo man sinnvoll sparen kann. %u00abSparen heisst jedoch nicht, auf notwendige Investitionen zu verzichten. Das w%u00e4re verantwortungslos, wir w%u00fcrden einfach die Misere der n%u00e4chsten Generation %u00fcberlassen%u00bb, so Isler-R%u00fcttimann.Sie erinnert daran, dass rund 80 Prozent aller Ausgaben gebunden sind, %u00abder Spielraum f%u00fcr eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte ist also relativ bescheiden%u00bb. Eine Gemeinde sei kein Unternehmen, %u00abeine Gemeinde hat nicht die Wahl, ob sie Schulraum bauen m%u00f6chte %u2013 es ist ihre Pflicht, diesen zur Verf%u00fcgung zu stellen. Diese Tatsache wird verkannt.%u00bb Die Gemeinde Wohlen m%u00fcsse alles daransetzen, dass mehr Einnahmen generiert werden k%u00f6nnen, so Isler-R%u00fcttimann weiter. %u00abEine M%u00f6glichkeit daf%u00fcr ist, sozial ausgewogenen Wohnraum zu schaffen.%u00bb Ein ausgeglichener Wohnungsmix sei wichtig, %u00abdas m%u00fcssen wir bei der anstehenden Revision der BNO ber%u00fccksichtigen. Da braucht es kreative Konzepte und Mut bei der Umsetzung.%u00bb Und man m%u00fcsse attraktiv sein f%u00fcr das Gewerbe, eine nachhaltige EntDringender Handlungsbedarf und anspruchsvolle Gratwanderung. Diese drei Kandidierenden machen sich grosse Sorgen um Wohlens Finanzhaushalt (v.l.): Thomas Geissmann, Claudia Hauri und Sonja Isler-R%u00fcttimann. Bilder: Archiv/dmAnzeige8 WOHLEN DIENSTAG, 23. SEPTEMBER 2025 %u00abWohlen braucht Leitplanken%u00bb Gemeinderatswahlkampf: Die Kandidierenden zu Wohlens Finanzhaushalt und zur prognostizierten RekordverschuldungDie Werte, die auf Wohlens Finanzhaushalt zukommen, sind enorm. Die Nettoschuld steigt stetig und wird in sechs Jahren bei %u00fcber 157 Millionen gipfeln. Diese Marke sollte wieder runter. Nur, gibt es daf%u00fcr stichhaltige Rezepte?Daniel MartiDie finanziellen Belastungen der Gemeinde Wohlen sind riesig. Gem%u00e4ss aktuellem Finanzplan sind f%u00fcrs Jahr 2031 Rekordwerte prognostiziert. Die Nettoschulden sollen dann 157,5 Millionen Franken betragen. Und die ProKopf-Verschuldung wird auf 7876 Franken hochschnellen. Diese Rekordwerte besch%u00e4ftigen die Bev%u00f6lkerung %u2013 und hoffentlich auch die Politikerinnen und Politiker. Was sagen die Kandidierenden bei den Gemeinderatswahlen konkret zu diesen Prognosen? Die konkreten Fragen: Wie sch%u00e4tzt ihr diese Rekordwerte ein und wie soll die Planung aussehen, damit die Gemeinde eine finanzielle Entspannung erfahren kann? Beispielsweise eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte?Die Resultate der Umfrage sind recht unterschiedlich. Diverse Kandidierenden sprechen von Warnsignalen, von grossen Sorgen, von dringendem Handlungsbedarf. Claudia Hauri: %u00abLernenzu verzichten%u00bbWas meint Claudia Hauri, die Finanzexpertin im Kreis der Kandidierenden, zu diesen d%u00fcsteren finanziellen Aussichten? %u00abDie geplanten Nettoschulden von 157,5 Millionen Franken respektiInstrumente f%u00fcr ausreichend h%u00e4lt. Aber gerade jetzt braucht Wohlen klare Leitplanken.%u00bbAls Absolventin des Master of Advanced Studies in Public Management wisse sie, %u00abwie wichtig es ist, Finanzen strategisch zu steuern und regelm%u00e4ssig zu %u00fcberpr%u00fcfen%u00bb. Sie wolle zudem f%u00fcr kommende Generationen Spielraum sichern. Sie nennt klare Vorschl%u00e4ge: Investitionen sollen sorgf%u00e4ltig priorisiert werden. %u00abZuerst Bildung und Werterhalt, dann Nice-to-haveProjekte.%u00bb Das Kostenmanagement m%u00fcsse gesch%u00e4rft werden, %u00abmehr Kooperation mit Nachbargemeinden, effizientere Verwaltung%u00bb. Letztlich m%u00fcsse eine verbindliche Finanzstrategie eingef%u00fchrt werden, %u00abdamit Gemeinderat und Einwohnerrat jedes Jahr pr%u00fcfen k%u00f6nnen, ob der Kurs stimmt. Jetzt ist der Moment, Verantwortung zu %u00fcbernehmen %u2013 damit Wohlen nicht nur w%u00e4chst, sondern auch finanziell gesund bleibt.%u00bb Ihr sei es wichtig, %u00abdass Sachverstand und Weitsicht %u00fcber Parteigrenzen hinweg im Vordergrund stehen%u00bb.Sonja Isler-R%u00fcttimann: %u00abHaben den Ernst der Lage erkannt%u00bb%u00abDie finanziell sehr angespannte Situation macht mir grosse Sorgen%u00bb, sagt Sonja Isler-R%u00fcttimann. %u00abDie kommenden Jahre werden anspruchsvoll und gleichen einer Gratwanderung.%u00bb Laut der Mitte-Politikerin muss gekl%u00e4rt werden, welche Ausgaben zwingend n%u00f6tig sind und wo man sinnvoll sparen kann. %u00abSparen heisst jedoch nicht, auf notwendige Investitionen zu verzichten. Das w%u00e4re verantwortungslos, wir w%u00fcrden einfach die Misere der n%u00e4chsten Generation %u00fcberlassen%u00bb, so IslerR%u00fcttimann.Sie erinnert daran, dass rund 80 Prozent aller Ausgaben gebunden sind, %u00abder Spielraum f%u00fcr eine Halbierung der prognostizierten Spitzenwerte ist also relativ bescheiden%u00bb. Eine Gemeinde sei kein Unternehmen, %u00abeine Gemeinde hat nicht die Wahl, ob sie Schulraum bauen m%u00f6chte %u2013 es ist ihre Pflicht, diesen zur Verf%u00fcgung zu stellen. Diese Tatsache wird verkannt.%u00bb Die Gemeinde Wohlen m%u00fcsse alles daransetzen, dass mehr Einnahmen generiert werden k%u00f6nnen, so Isler-R%u00fcttimann weiter. %u00abEine M%u00f6glichkeit daf%u00fcr ist, sozial ausgewogenen Wohnraum zu schaffen.%u00bb Ein ausgeglichener Wohnungsmix sei wichtig, %u00abdas m%u00fcssen wir bei der anstehenden Revision der BNO ber%u00fccksichtigen. Da braucht es kreative Konzepte und Mut bei der Umsetzung.%u00bb Und man m%u00fcsse attraktiv sein f%u00fcr das Gewerbe, eine nachhaltige Entwicklung sei enorm wichtig. Aufgrund der Budgetgenauigkeit will Sonja IslerR%u00fcttimann einen Punkt betonen: %u00abWir alle haben den Ernst der Situation sehr wohl erkannt.%u00bb Olivier Parvex warnt vor waghalsiger Planung Auch f%u00fcr Olivier Parvex (Gr%u00fcnliberale) sind die Zahlen aus dem Finanzplan %u00abgewaltig und sie k%u00f6nnen einem durchaus Respekt machen%u00bb. Er verweist auf die Bildungsinfrastruktur, %u00abdie mit Abstand die gr%u00f6ssten Investitionen%u00bb ausmacht. Grund daf%u00fcr seien ve die Pro-Kopf-Verschuldung von 7876 Franken im Planjahr 2031 sch%u00e4tze ich, sofern sich in der Zusammensetzung und Haltung des Gemeindeund des Einwohnerrats nichts %u00e4ndert, als leider real ein.%u00bbEs werde in Zukunft %u00abunumg%u00e4nglich sein, die absolut n%u00f6tigen Ausgaben zu optimieren, zu priorisieren und Synergien in anstehenden Projekten zu nutzen. Wir werden in der nahen Zukunft auch lernen m%u00fcssen zu verzichten%u00bb, so die SVP-Kandidatin. Wohlen m%u00fcsse sich bei den Ausgaben %u00abnach den Einnahmen richten, um eine weitere Verschuldung der Gemeinde Wohlen so klein wie m%u00f6glich zu halten%u00bb, lautet ihr einfacher Ratschlag.Manfred Breitschmid will nicht abwartenF%u00fcr Manfred Breitschmid sind die %u00abPrognosen alarmierend. Nettoschulden von %u00fcber 150 Millionen Franken und eine Pro-Kopf-Verschuldung von fast 8000 Franken sind f%u00fcr Wohlen keine tragf%u00e4hige Perspektive. Diese Rekordwerte zeigen: Unsere Finanzen sind nicht mehr im Lot.%u00bb Breitschmid nennt konkrete Massnahmen. Beispielsweise sollen die Investitionen priorisiert werden. %u00abNur wirklich notwendige Projekte wie Schulinfrastruktur %u2013 aber ohne teure Luxusbauten%u00bb sollen realisiert werden. Man m%u00fcsse die Kosten im Griff behalten. %u00abBetriebsausgaben kritisch pr%u00fcfen und die Effizienz steigern.%u00bb Weiter will der SVP-Politiker die Finanzplanung steuern. So sollen Spitzenwerte bis 2031 deutlich gesenkt werden, %u00abund Korrekturen m%u00fcssen fr%u00fchzeitig eingeleitet werden%u00bb. Weiter gelte es, Wohlen attraktiver f%u00fcr Unternehmen und steuerstarke Personen zu machen. %u00abGute Steuerzahlerinnen und Steuerzahler sollen sp%u00fcren, dass sie hier willkommen sind%u00bb, so Breitschmid. Mit alledem m%u00f6chte Manfred Breitschmid bereits mit dem Budget 2026 beginnen. Das soll neu ausgerichtet werden. %u00abDie Erh%u00f6hung des Steuerfusses von 116 auf 120 Prozent ist das falsche Signal. Ich setze mich im Einwohnerrat daf%u00fcr ein, dass diese Vorlage nochmals %u00fcberarbeitet und an den Gemeinderat zur%u00fcckgewiesen wird. Wir d%u00fcrfen nicht abwarten, bis Schulden und Steuerfuss explodieren. Handeln wir jetzt%u00bb, so der erfahrene Politiker.Thomas Geissmann will klare StrategieDass in Wohlen %u00abdringender Handlungsbedarf%u00bb besteht, hat auch Thomas Geissmann (FDP) l%u00e4ngst erkannt. %u00abEs sind tiefgreifende Massnahmen erforderlich. Investitionen m%u00fcssen dringend priorisiert und gestaffelt werden, damit die Schulden nicht ins Uferlose steigen%u00bb, so der Freisinnige. %u00abAlle Ausgaben sind kritisch zu %u00fcberpr%u00fcfen. Dazu geh%u00f6ren Einsparungen bei freiwilligen Leistungen, Subventionen und nichtexistenziellen Projekten.%u00bb Zudem sollen Gemeindekooperationen verst%u00e4rkt gef%u00f6rdert werden. Infrastruktur k%u00f6nne gemeinsam genutzt sowie in der Beschaffung und Verwaltung besser zusammengearbeitet werden, erkl%u00e4rt er. Geissmann weiter: %u00abDie Liegenschaftspolitik muss vorangetrieben und Ver%u00e4usserungen von Gemeindeverm%u00f6gen in Betracht gezogen werden. F%u00fcr die Umsetzung braucht es eine klare Strategie und eine gemeinsame %u00dcbereinkunft im Gemeinderat, dass das Volk zus%u00e4tzliche Einnahmen %u00fcber eine Steuerfusserh%u00f6hung nicht weiter akzeptiert.%u00bbLaura Pascolin willsorgf%u00e4ltige Priorisierung Von Warnsignalen spricht Laura Pascolin (SP). Damit meint sie die Nettoschulden von 157,5 Millionen und die Pro-Kopf-Verschuldung von fast 7900 Franken bis im Jahr 2031. Sie verlangt nach einer Kurskorrektur. %u00abDenn die Annahmen im Finanzplan sind optimistisch: Es wird von j%u00e4hrlich wachsender Bev%u00f6lkerung und steigenden Steuereinnahmen ausgegangen. Zus%u00e4tzliche Ausgaben %u2013 etwa f%u00fcr neue Schulraumprojekte oder f%u00fcr die immer teureren Pflegeleistungen %u2013 sind nur teilweise ber%u00fccksichtigt. Und steigende Zinsen k%u00f6nnten die Gemeinde empfindlich treffen.%u00bbPascolin gibt zu, dass diese Situation sie schon lange besch%u00e4ftigt. Deshalb reichte sie 2024 eine Motion f%u00fcr eine verbindliche Finanzstrategie ein, %u00abmit klaren Zielen und einem j%u00e4hrlichen Kontrollinstrument. Der Gemeinderat lehnte sie ab, weil er die bestehenden Dringender Handlungsbedarf und anspruchsvolle Gratwanderung. Diese drei Kandidierenden machen sich grosse Sorgen um Wohlens Finanzhaushalt (v.l.): Thomas Geissmann, Claudia Hauri und Sonja Isler-R%u00fcttimann.-Bilder: Archiv/dmAnzeigelehnte sie ab, weil er die bestehenden Kontrollinstrument. Der Gemeinderat Tarife WA/BBA/DF 2Preise in Farbe zuz%u00fcglich 8,1% MwSt.Premium-Platzierungen1 Seite /290%u00d7445 mm(10 Spalten)Normalauflage: Fr. 6835.%u2013Grossauflage: Fr. 10140.%u2013%u00bd Seite hoch /143%u00d7445 mm(5 Spalten)%u00bd Seite quer /290%u00d7220 mm(10 Spalten)%u00bc Seite hoch /143%u00d7220 mm(5 Spalten)%u00bc Seite quer /290%u00d7110 mm(10 Spalten)Normalauflage: Fr. 3508.%u2013Grossauflage: Fr. 5232.%u2013Normalauflage: Fr. 3508.%u2013Grossauflage: Fr. 5232.%u2013Normalauflage: Fr. 1897.%u2013Grossauflage: Fr. 2774.%u2013Normalauflage: Fr. 1897.%u2013Grossauflage: Fr. 2774.%u2013Textanschluss%u00bd Seite quer / 290%u00d7220 mm(10 Spalten)Textanschluss T2%u00bc Seite hoch /172%u00d7220 mm(6 Spalten)Textanschluss T1%u00bc Seite quer / 290%u00d7112 mm(10 Spalten)Normalauflage: Fr. 4180.%u2013Grossauflage: Fr. 6380.%u2013Normalauflage: Fr. 3960.%u2013Grossauflage: Fr. 5676.%u2013Normalauflage: Fr. 2128.%u2013Grossauflage: Fr. 3248.%u2013Front, Teaser54%u00d723 mmNormalauflage: Fr. 330.%u2013Grossauflage: Fr. 490.%u2013Front, Fussfeld54%u00d750 mmFront, Fussbalken290%u00d750 mmLetzte, Fussbalken290%u00d750 mmService, R%u00e4tsel54%u00d754 mmNormalauflage: Fr. 630.%u2013Grossauflage: Fr. 830.%u2013Normalauflage: Fr. 1951.%u2013Grossauflage: Fr. 2751.%u2013Normalauflage: Fr. 1251.%u2013Grossauflage: Fr. 1791.%u2013Normalauflage: Fr. 330.%u2013Grossauflage: Fr. 450.%u2013Gew%u00fcnschte Datenqualit%u00e4t der Inserate:%uf0b2%u2009Adobe PDF, mit eingebundenen Schriften %uf0b2%u2009Bildqualit%u00e4t mindestens 300 dpi%uf0b2%u2009Daten%u00fcbermittlung per E-Mail

